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Webinar - TiefenKlärung genetischer Kriegs-Erinnerungen

WELTWEIT WEBINARE , 14. August 2017

Webinar mit Damien Wynne

– Teil 2 zum Webinar "Bewusstes Heraustreten aus den Wunden des Krieges"

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19 - 21 Uhr mit deutscher Übersetzung

 

 

Wir alle haben Wunden des Krieges, unabhängig davon ob wir Krieg erlebt haben oder nicht, weil wir in die Wunden unserer Familie hineingeboren wurden. Und es gibt nicht nur Wunden in den Familien aller im Krieg beteiligten jüdischen Menschen und vielen Verfolgten, die unser tiefes Mitgefühl haben.


Unsere Großeltern und Eltern lebten mit Bombenangriffen und Verlust, Hunger und Vergewaltigung.
Ehemänner, Väter und Großväter starben im Krieg oder kamen nach Gefangenschaft verletzt zurück.
Wir traten in die Mechanismen des Überlebens-Modus und psychoemotionaler Wunden und versuchen, sie auszugleichen, oft ohne zu wissen, woher sie kommen. In den Generationen unserer Eltern und Großeltern war es nicht normal, Therapie oder Pflege für posttraumatische Erkrankungen in Anspruch zu nehmen. Nach dem Krieg in den 50er und 60er Jahren versuchten unsere Vorfahren, eine idyllische Welt wieder aufzubauen, oft ohne ihr eigenes Trauma zu befreien. Mit unserer Geburt in unser Familiensystem traten wir in dieses System hinein und tragen alle diese Frequenzen in uns. Einige von ihnen beherrschen unser Leben und wir wissen es nicht einmal.

 

Um es konkret zu machen, hier einige Beispiele aus der Familie unserer Assistentin Angelika:

„Meine Großmutter mütterlicherseits verlor ihren Mann in Russland, als meine Mutter 9 Monate alt war. Um die Familie zusammen zu halten, wurde sie eine extreme Matriarchin. Ihr Vater wurde wegen seiner Erfahrungen im Ersten Weltkrieg zum Alkoholiker. Leider spielte er die Tuba mitten in der Nacht in den Straßen des Dorfes, jedes Mal, wenn er betrunken war. Sein Alkoholismus machte das Leben für seine Frau und seine 6 Kinder extrem schwierig, Dann wurden seine 4 Söhne im Zweiten Weltkrieg einberufen. Einer seiner Söhne, Joseph, fiel in den ersten 3 Monaten. Ein anderer, Willi, sank zweimal mit einem U-Boot. Willi verlor später seinen Führerschein wegen Alkoholismus nach dem Krieg. Dann kaufte er einen Traktor und einen Wohnwagen und lebte einige Jahre in der Natur Bayerns, weil er keine geschlossenen Räume ertragen konnte. In einer Zeit vor Mobiltelefonen wussten seine Frau und seine Familie oft nicht einmal, wo er war. Der dritte, Georg, kam in den späten 1950er Jahren nach Gefangenschaft als Kriegsgefangener aus Sibirien zurück. Als Georg am Ende seines Lebens einen Schlaganfall bekam, wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo es an den Fenstern Gitter gab. Obwohl er halbseitig gelähmt war, zerstörte er die Möbel des ganzen Raumes, da er glaubte, wieder in Sibirien zu sein.

 

Meine Großmutter väterlicherseits verlor ihr erstes Kind wegen des Hungers, nach der Geburt meines Vaters und seines Bruders verlor sie ihren Mann, ihren Bruder und ihren Onkel innerhalb eines Jahres im Krieg. Sie floh mit den Jungen im Alter von 6 und 4 und ihrer Mutter von der polnischen Grenze bis nach Berlin, bevor die Russen kamen. Ihr ganzes Leben bis zum Ende stellte sie immer sicher, dass sie nur wenig Geld verdiente, um Kriegswitwenrente zu erhalten, weil sie sagte: Der Staat nahm meinen Mann weg, der Staat soll dafür bezahlen.

Weder meine Mutter noch mein Vater kennen positive Vater-Vorbilder in ihrem Leben, sie waren einfach nicht da.

Meine Großtante, ein deutsches Abstammungs-Flüchtlingskind aus Tschechien, hat noch heute, weit über 80 Jahre alt, aus der Angst vor dem Verhungern einen Keller voller Nahrung, mehr als man je essen kann.“

Man kann sich gut vorstellen, wie viele Überlebensmuster, Hunger, Bitternis, Angst, Leiden und Verlust nur in diesem einen Familiensystem weiterleben!

Es ist Zeit für uns alle, aus diesen Überlebensmustern herauszukommen, bewusst, um es nicht an unsere Nachkommen weiterzugeben und diese Frequenzen nicht mehr unser eigenes Leben beherrschen zu lassen.